Sie befinden sich aktuell in den Archiven des Blogs Apeiron-Philosophieblog für Mai, 2007.
17.5.2007 von Renate Miethner.
Nachdem im Anschluss an die Einführung des Pflichtfachs Ethik an den Berliner Schulen ein heftiger öffentlicher Streit entbrannt war, haben nun die Verfassungsrichter allen Zweifeln ein Ende bereitet: die Verpflichtung zum Ethik-Unterricht anstelle des konfessionellen Religionsunterrichts ist verfassungskonform. Man fragt sich im Nachhinein nicht zu Unrecht, wie es überhaupt zu der entstandenen Kontroverse kommen konnte.
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17.5.2007 von Renate Miethner.
Im Zuge einer mittlerweile schon recht langlebigen Kampagne eines bekannten Elektronikdiscounters hat die Popularisierung von Geiz als einer begrüßenswerten Haltung inzwischen einen gesellschaftsfähigen Status erreicht. Wer geizt, handelt klug und tut sich selber etwas Gutes. So jedenfalls scheint ein gewisser Konsens es zu sehen – und das keineswegs nur oder hauptsächlich im Rahmen privaten Konsumverhaltens.
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17.5.2007 von Renate Miethner.
Killerspiele - Gewaltpotential - Staatliche Verbote - Politische Lösungen - Erziehung - Bildung - Medien - Ursachenforschung - Menschenwürde
Neben gewaltlastigen Horrorfilmen und lautstarker Heavy-Metal-Musik (die vermutlich so manchen Volksvertreter schnell aus dem Büroschlaf im Parlamentsstuhl reißen würde und ihm deshalb so gefährlich vorkommt) ist es vor allem eine bestimmte Typologie von PC- und Konsolenspielen, die in der politischen Diskussion gerne zur bestimmenden Ursache von Fehlentwicklungen bei zur Gewalt neigenden Jugendlichen erklärt wird. Im Falle akuter Handlungsnot unter öffentlichem Druck wird deshalb regelmäßig ein generelles Verbot sogenannter „Ego-Shooter“ (in der bereits politisch instrumentalisierten Form mit dem Terminus „Killerspiele“ belegt) als Lösung auf den Plan gerufen – und man mag hinzufügen: über weite Strecken ohne Sinn und Verstand.
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17.5.2007 von Renate Miethner.
Der allgemeine und allgegenwärtige Diskursrahmen, in dessen Zentrum ein in seltsam unkritischer Weise stillschweigend akzeptierter Begriff des Homo Utilitatis vorherrscht, begegnet dem Konzept eines beschäftigungsunabhängigen „Grundeinkommens“ in aller Regel mit Hohn. Gebrandmarkt als aberwitziger Einfall einiger Utopisten, denen der Bezug zur „Realität“ abhanden gekommen sei, wird das Thema gerne vorschnell abgehakt. Statt einer eingehenden Auseinandersetzung mit der Problematik wird allenfalls die - übrigens längst auf unterschiedliche Weisen bedachte – mehr oder weniger rhetorisch gemeinte Frage nach der vermeintlich unmachbaren Finanzierbarkeit gestellt, um sich daraufhin wieder beruhigt mit zwar herkömmlichen und üblichen, keineswegs jedoch wirklich bewährten Konzepten und Modellen zu beschäftigen. Die Verachtung, die das hier zugrundeliegende Menschenbild bestimmt, ist kaum zu unterschätzen.
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